Auf der Spurensuche in Rom: Quo vadis, Italia?

Das vorliegende Bildungsangebot ist gem. Bildungsfreistellungsgesetz M-V anerkannt. (Anerkennungs-Kennziffer BfG-A-3/20 vom 05.02.2020)
Bitte beachten Sie, dass nur Veranstaltungstermine innerhalb des Anerkennungszeitraumes (09.11.2020 bis 13.11.2020) anerkannt sind.
Themengebiet
Politische Bildung
Inhalt/Beschreibung

Wer an Rom denkt, denkt vor allem an Kunst und Kultur, an Kuppeln und nicht selten auch an Küche. Doch Rom ist weitaus mehr. Die Stadt war und ist ein Labor: Hier entstanden neue Ideologien und neue Regierungsformen mit weltweiter Strahlkraft, hier verbündete sich die Kunst mit der Macht und der Glaube mit der Schönheit. Rom hat eine Ablehnung gegen Eindeutigkeit. Die Doppeldeutig- ja Widersprüchlichkeit der Stadt macht ihren besonderen Reiz aus. Der brillianten Selbstinszenierung der Stadt, ihrer Mystifikation, steht heute jedoch oft ein wenig ruhmreicher Alltag gegenüber: Müll, Korruption, Mafia, Armut, Migration, politische Instabilität etc. Es ist nicht einfach, in Rom hinter die Kulissen zu schauen. Doch es ist dringend notwendig, dies zu tun, denn was in Rom geschieht ist für Europa von allergrößter Bedeutung. Im heutigen modernen Rom findet der Rechtsextremismus Nährboden in den Randbezirken, während die Kirche nach wie vor die Auseinandersetzung mit den dunklen Jahren des Faschismus scheut und die Mafia auch weiterhin überall ihre Hände im Spiel hat und die Rechtstaatlichkeit bedroht. Es ist die Hauptstadt eines Landes, das droht im Schuldensumpf zu versinken mit unabsehbaren Folgen für die Stabilität Europas. Ein Rom, das ächzt, nicht zuletzt unter dem Touristenstrom, und dennoch blendet.

Lernziel

Das Seminar beleuchtet die geschichtlich bedingte politische Situation Italiens und die Bedeutung der aktuellen Entwicklung für Europa. Wie Italien zu einem Staat und Rom zu seiner Hauptstadt wurde, wird im Vergleich mit der Situation in Deutschland und der Deutschen Staatseinheit analysiert. Die Machtergreifung Mussolinis wird unter dem Gesichtspunkt der Nichtverarbeitung der Geschichte seitens der italienischen Gesellschaft untersucht. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die Römische Frage gerichtet, nämlich das Verhältnis Staat und Kirche. 2020 ist das Jahr, in dem der Vatikan die Archive der Jahre 1939-1946 öffnen wird. Die Deportation aus dem römischen Ghetto und die Erschießung in den Ardeatinischen Höhlen werden näher beleuchtet. Die dunkle Vergangenheit ist entscheidend, um die Gefahr, die heute von Italien auch für Europa ausgeht, zu begreifen. Rechtsextreme Kräfte regieren das Land. Ausländerfeindlichkeit ist kein Tabu mehr. Italien ist insbesondere auch durch die Flüchtlingskrise zu einem Immigrationsland ohne Immigrationsmodellgeworden. Die Kirche versucht Abhilfe zu schaffen, die Mafia nutzt die Situation skrupellos aus. Doch reichen die Fänge der Mafia weiter, vom Müll über die Vermietung der Gewerberäume in der Innenstadt, ein lukratives Geschäft. Ein weiteres Problem Roms ist der Massentourismus. Er bedroht die 3000 Jahrealte Stadt: Die Infrastruktur bricht zusammen, Einwohner entfremden sich von ihrer eigenen Stadt. Bei allen Seminarinhalten wird stets der Bogen zu Deutschland gespannt und die Lerninhalte werden mit der Situation in Deutschland sowie anderen EU-Staaten verglichen. Durch systematisch hergestellte Bezüge sollen die Teil-nehmer/innen Rückschlüsse auf politische, wirtschaftliche und kulturelle Aspekte im eigenen Land ziehen und dadurch in die Lage versetzt werden, eigene und kollektive Interessen in gesellschaftliche und politische Entscheidungsprozesse einzubringen. Zahlreiche Kontakte und Gespräche mit Verantwortungsträgern vor Ort ermöglichen den Teilnehmenden interkulturelles Lernen auf Augenhöhe. Die Lerninhalte werden methodisch vielfältig aufgenommen, z.B. in Form von Vorträgen, Diskussionen, Gruppenarbeiten, Exkursionen oder Expertengesprächen. Die Dozentin ist mit der (gesellschafts)politischen, wirtschaftlichen und sozialen Situation des Landes bestens vertraut. Sie sorgt u.a. dafür, dass das übergeordnete Thema bei je-dem Programmpunkt klar erkennbar ist.

Zeitmuster
Vollzeit
Lehr- und Lernform
Seminar/Präsenzveranstaltung
Abschlussart
Teilnahmebestätigung/Zertifikat des Anbieters
Voraussichtliche Dauer
5 Tag(e)
Termin
08.11.2020 - 13.11.2020
Mindest­teilnehmer­anzahl
10
Maximale Teilnehmerzahl
19
Teilnahmegebühr
850,00 €
(wird nicht durch das Bildungsfreistellungsgesetz erstattet)
Hinweis des Datenbankbetreibers: Bitte erfragen Sie beim Anbieter eventuell auftretende Nebenkosten!
Fördermöglichkeiten
Dozent
Eva Clausen
Weitere Informationen im Internet
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Bildungsanbieter

Lohmarer Institut für Weiterbildung e.V. (LIW)

Internet
https://www.liw-ev.de/
Bildungsanbieter-Infos
Bildungsanbieter-Infos

Ansprechpartner

Tim Gelhaar

Telefon
02246-302999-42

Veranstaltungsort

RESIDENZA MARITTI

Besucheranschrift
Via Tor De Conti
1700184 Rom
Italien
Karte zeigt
Telefon
0039066788233
Fax
00393495511706
Internet
http://www.residenzamaritti.com
Barrierefreier Zugang
Nein

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Kurs manuell aktualisiert am 07.02.2020

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