Danzig - einmaliges Zentrum europäischer Geschichte

Das vorliegende Bildungsangebot ist gem. Bildungsfreistellungsgesetz M-V anerkannt. (Anerkennungs-Kennziffer BfG-A-250/20 vom 01.10.2020)
Bitte beachten Sie, dass nur Veranstaltungstermine innerhalb des Anerkennungszeitraumes (19.04.2021 bis 22.04.2021) anerkannt sind.
Themengebiet
Politische Bildung
Inhalt/Beschreibung

Danzig oder Gdansk – kaum eine andere Stadt im Ostseeraum blickt auf eine derartig wechselvolle europäische Geschichte zurück, wie die heute größte Hafenstadt Polens. Bereits im Mittelalter war die Region um Danzig als Zentrum des Deutschen Ordens zentraler Ausgangspunkt für die Christianisierung der südöstlichen Teile des Ostseeraums. Mit der Hanse entwickelte sich Danzig als freie Hansestadt zu einem der wichtigsten Handelszentren in Europa. Vor allem durch das hohe Maß an Autonomie konnte sich die Stadt als freie Stadtrepublik zu einem wichtigen Zentrum der Region entwickeln, das sowohl für Deutsche als auch für Polen einen hohen Stellenwert hatte.

Mit der Zweiten Polnischen Teilung viel auch Danzig an Preußen und entwickelte sich als Hauptstadt der Provinz Westpreußen zu einem der politischen Zentren des Königreiches. Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges und dem Versailler Vertrag wurde Danzig freie Stadt und damit autonomer Stadtstaat. Der wichtige Hafen an der Ostsee blieb dabei für die deutschen Ostgebiete, aber auch für die neu gegründete polnische Republik von zentraler Bedeutung. Es etablierte sich ein demokratisches System, das bis zur Machtergreifung der Nazis bestand hatte.

Am 1. September 1939 – also vor 80 Jahren – wurde Danzig dann erneut Schauplatz der Weltgeschichte. Mit den Schüssen der SMS Schleswig-Holstein auf die sogenannte Westerplatte begann der Überfall der Wehrmacht auf Polen und damit der schlimmste Vernichtungskrieg der Geschichte. Im Zuge des Krieges und der nationalsozialistischen Besetzung kam es auch in Danzig zu Verhaftungs- und Erschießungswellen.

Die polnischen und jüdischen Bevölkerungsteile wurden deportiert und ermordet. Aufgrund seiner Bedeutung als Hafenstadt wurde Danzig wiederholt zum Ziel alliierter Bombenangriffe und bis Kriegsende nahezu vollkommen zerstört. Nach der Befreiung durch die Rote Armee und polnische Truppenverbände wurde die Stadt Teil Polens. In der Folgezeit wurde die verbliebene deutsche Bevölkerung vertrieben und aus Danzig wurde Gdansk.

In den 1980er Jahren wurde Gdansk zum Zentrum des Widerstandes gegen das kommunistische Regime. Am 14. August 1980 rief hier die Gewerkschaft Solidarność  zum Streik auf der Leninwerft auf und löste damit eine Streikwelle aus, die das ganze Land erfasste und letztlich zum Anfang vom Ende der kommunistischen Diktatur in Polen und Europa werden sollte.

Heute ist Gdansk als größte Hafenstadt und sechstgrößte Metropole Polens wichtiges wirtschaftliches und kulturelles Zentrum des Landes. Die Stadt, die nach dem Krieg wiederaufgebaut wurde, hat sich zu einem einmaligen Zeugnis europäischer Geschichte entwickelt. Gleichzeitig ist Gdansk eine florierende und moderne Metropole, die vor allem durch ihr maritimes Erbe geprägt ist.

Mit dieser Studienreise möchten wir zusammen mit Ihnen dieses einmalige historische und kulturelle Erbe der Stadt und der gesamten Region erkunden. Wie entwickelte sich die Stadt über die Jahrhunderte zu der modernen europäischen Metropole, die Danzig heute ist? Diese Frage soll dabei im Fokus der Reise stehen. Die Teilnehmenden bekommen dabei einen Eindruck von der wechselvollen Geschichte und der einmaligen Schönheit der Stadt heute.

Lernziel

Ziel der Studienfahrt ist es den Teilnehmenden einen vertieften Einblick in die Geschichte der Stadt Danzig/ Gdansk und der gesamten Region zu vermitteln. Neben historischen Begebenheiten geht es dabei vor allem auch um die Vermittlung interkultureller Kompetenzen im Hinblick auf unterschiedliche Erinnerungskulturen in Polen und Deutschland und deren Einfluss auf aktuelle gesellschaftliche und politische Entwicklungsprozesse.

Zentrale Ereignisse, wie etwa der Beginn des Zweiten Weltkriegs oder aber das Ende des kommunistischen Blocks in Europa, die eng Verknüpft sich mit der Geschichte der Stadt, werden hierzu immer auch unter aktuellen Gesichtspunkten analysiert und behandelt. Zudem sollen die Vorteile - nicht zuletzt in Bezug auf die Sicherung des Friedens - der EU herausgestellt werden, die sich am Beispiel der Entwicklung Danzig verdeutlichen lassen.

Zeitmuster
Vollzeit
Lehr- und Lernform
Seminar/Präsenzveranstaltung
Abschlussart
Teilnahmebestätigung/Zertifikat des Anbieters
Voraussichtliche Dauer
4 Tag(e)
Termin
18.04.2021 - 23.04.2021
Mindest­teilnehmer­anzahl
20
Maximale Teilnehmerzahl
25
Teilnahmegebühr
535,00 €
(wird nicht durch das Bildungsfreistellungsgesetz erstattet)
Hinweis des Datenbankbetreibers: Bitte erfragen Sie beim Anbieter eventuell auftretende Nebenkosten!
Fördermöglichkeiten
Dozent
Piotr Narewski
Weitere Informationen im Internet
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Bildungsanbieter

Europäische Akademie Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Internet
http://www.europaeische-akademie-mv.de
Bildungsanbieter-Infos
Bildungsanbieter-Infos

Ansprechpartner

Ewa Wilk

Organisation

Telefon
03991 153711
Staatlich anerkannte Einrichtung nach dem Weiter­bildungs­förderungs­gesetz Mecklenburg-Vorpommern

Veranstaltungsort

Danzig

Besucheranschrift
Jaglana 4
80-749 Gdansk
Polen
Karte zeigt
Telefon
03991153711
Barrierefreier Zugang
Nein

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Kurs manuell aktualisiert am 01.10.2020

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