Arbeitsmarkt Mecklenburg‑Vorpommern 2026: Beschäftigung rückläufig, Arbeitslosigkeit steigt moderat
Regionale Arbeitsmarktprognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)
Für Mecklenburg‑Vorpommern zeichnet die aktuelle regionale Arbeitsmarktprognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ein herausforderndes Bild. Das Bundesland ist Teil des allgemeinen Abschwungs, zeigt jedoch im Ländervergleich teilweise weniger starke Ausschläge als andere ostdeutsche Regionen.
Beschäftigung geht zurück: Für Mecklenburg‑Vorpommern wird im Jahr 2026 ein Rückgang der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung um 0,4 Prozent prognostiziert. Damit liegt das Land unter dem ostdeutschen Durchschnitt (–0,6 %) und deutlich unter den stärksten Rückgängen, etwa im Saarland oder in Sachsen‑Anhalt. Gleichwohl setzt sich damit der Trend fort, dass die Beschäftigung in Ostdeutschland insgesamt stärker unter Druck steht als im Westen.
Arbeitslosigkeit nimmt zu: Parallel zur sinkenden Beschäftigung steigt in Mecklenburg‑Vorpommern die Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt 2026 an. Das Land gehört zu den 13 von 16 Bundesländern, für die das IAB einen Zuwachs der Arbeitslosigkeit erwartet. Damit folgt Mecklenburg‑Vorpommern dem bundesweiten Trend steigender Arbeitslosenzahlen bei nur schwacher konjunktureller Erholung.
Arbeitslosenquote über Bundesniveau: Die prognostizierte Arbeitslosenquote für Mecklenburg‑Vorpommern liegt 2026 bei 8,2 Prozent und damit deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 6,4 Prozent sowie über dem westdeutschen Niveau (6,0 Prozent). Innerhalb Ostdeutschlands bewegt sich das Land im oberen Bereich und liegt leicht über dem ostdeutschen Durchschnitt von 8,0 Prozent.
Strukturelle Faktoren prägen die Entwicklung: Das IAB verweist darauf, dass der Beschäftigungsrückgang in Mecklenburg‑Vorpommern – wie in anderen ostdeutschen Ländern – auch durch demografische Faktoren begünstigt wird. Der seit Jahren schrumpfende Erwerbspersonenpool verstärkt konjunkturelle Effekte und begrenzt zugleich die Beschäftigungsdynamik. Besonders ländlich geprägte Kreise sind hiervon betroffen.
Unterschiede innerhalb des Landes: Auf Ebene der Arbeitsagenturbezirke zeigt sich auch in Mecklenburg‑Vorpommern ein differenziertes Bild. Während einzelne Regionen vergleichsweise moderate Rückgänge verzeichnen, bleiben andere stärker von Beschäftigungsverlusten und steigender Arbeitslosigkeit betroffen. Insgesamt überwiegt jedoch die Kombination aus sinkender Beschäftigung und steigender Arbeitslosigkeit.
Einordnung: Mecklenburg‑Vorpommern steht 2026 vor ähnlichen Herausforderungen wie viele andere ostdeutsche Regionen: eine schwache wirtschaftliche Dynamik, demografischer Gegenwind und begrenzte Impulse aus dem Arbeitsmarkt. Im Vergleich zu stark betroffenen Bundesländern fällt die Prognose jedoch etwas weniger negativ aus. Eine spürbare Trendwende ist nach Einschätzung des IAB kurzfristig dennoch nicht zu erwarten.
Quelle: IAB
veröffentlicht auf weiterbildung-mv.de
27.04.2026