Nachrichten überregional

22.07.2021

Finanzielle Notlagen und Wahlbeteiligung

Leere Geldbörse

Wenn das Geld knapp wird, gehen arme Menschen seltener wählen 

Kurzfristige finanzielle Engpässe halten arme Menschen in Deutschland davon ab, wählen zu gehen und politisch zu partizipieren.

Das ist das Ergebnis einer Studie von Max Schaub, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), die in der American Political Science Review erschienen ist. Bei der von Armut bedrohten Bevölkerung sind die beabsichtigte wie die tatsächliche Wahlbeteiligung um 5 Prozentpunkte reduziert, wenn Wahltage mit Zeiten finanzieller Not zusammenfallen.

Armut beeinträchtigt politische Teilhabe, wie wissenschaftliche Studien zeigen. Max Schaub hat nun erstmals den Einfluss kurzfristiger finanzieller Notlagen auf die politische Beteiligung untersucht – Situationen, häufig nur einige Tage lang, in denen das Geld knapp ist ...

20.07.2021

DHV fordert mehr Tempo bei Hochschulöffnungen

Hörsaal

Der Landesverband Nordrhein-Westfalen im Deutschen Hochschulverband (DHV) hat die Landesregierung und die Verantwortlichen in den Hochschulen aufgefordert, die Vorbereitungen auf eine mögliche Öffnung der Universitäten für das kommende Wintersemester energisch voranzutreiben.

»Natürlich wissen wir nicht, wie sich die Pandemie entwickelt. Angesichts niedriger Infektionszahlen besteht aber unverändert zumindest die berechtigte Hoffnung, ab dem Wintersemester wieder verstärkt Präsenzveranstaltungen anbieten zu können. Wer sich diese Option erhalten will, darf jetzt nicht abwarten und die Umsetzung dann unter Hinweis auf fehlende Voraussetzungen unterlassen«, so der Vorsitzende des Landesverbandes, Professor Dr. Christian von Coelln. »Um überhaupt wieder Präsenz ermöglichen zu können, muss jetzt Verantwortung übernommen und Planungssicherheit geschaffen werden. Kein Studierender mietet auf gut Glück eine Wohnung am Studienstandort, wenn sich ...

20.07.2021

Auswirkungen der Corona-Pandemie: »Nine to five« war gestern

Zeitarbeit Uhr Büroarbeit

Rund 52 Prozent der Mütter mit Kindern unter 14 Jahren haben ihre Arbeitszeit zu Beginn der Pandemie im April 2020 zumindest teilweise auf die Abendstunden oder das Wochenende verlagert. Für Väter traf dies auf rund 31 Prozent zu.

Das zeigt eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Der Anteil bei Müttern sank bis Oktober 2020 auf rund 26 Prozent, lag im Schnitt aber immer noch deutlich höher als bei Vätern mit rund 18 Prozent.

»Vor allem Mütter arbeiteten häufiger am Wochenende oder abends, unter anderem um ihre Kinder bei Schul- und Kitaschließungen oder während des Distanzunterrichts betreuen zu können«, erklärt IAB-Forscherin Corinna Frodermann. Insgesamt haben 33 Prozent der Beschäftigten, die im April 2020 ...

20.07.2021

Homeoffice-Potential wird nicht ausgenutzt

Homeoffice notebook küche

Über 57 Prozent der Arbeitnehmer in Ballungsräumen könnten Homeoffice nutzen 

Homeoffice wird vor allem in Ballungsräumen angeboten. In Städten wie Berlin, Frankfurt, München oder Stuttgart könnten über 57 Prozent aller Erwerbstätigen überwiegend oder vollständig von zuhause arbeiten.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse vom infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft und dem ifo Institut. Erstmals können die Autoren um Jean-Victor Alipour (ifo) und Robert Follmer (infas) Aussagen zur geografischen Verteilung vom Potenzial und der Nutzung von Homeoffice machen.

»In den Ballungsräumen ist der Dienstleistungssektor besonders stark vertreten. Das ist der Bereich, in dem besonders viel von zu Hause gearbeitet werden kann«, sagt Alipour. Die Daten zeigen vor allem in München und Frankfurt für viele ...

16.07.2021

Corona: Gravierende Folgen für berufliche und persönliche Chancen von Jugendlichen

5 Jugendliche ohne Kopf

Junge Beschäftigte haben es in der Krise nicht leicht. Eine Studie zeigt, was die Auszubildenden, dual Studierenden und jungen Beschäftigten während der Coronapandemie besonders belastet. 

Die Corona-Pandemie hat die Erwerbs- bzw. Ausbildungssituation, das persönliche Wohlbefinden sowie die Zukunftspläne junger Menschen erheblich beeinträchtigt. Zu diesem Ergebnis kommt die Jugendstudie »Plan B« der IG Metall. Gemeinsam mit dem Jugendforscher Simon Schnetzer hat die Gewerkschaft insgesamt 3.229 junge Menschen befragt und kann so ein umfassendes Bild der aktuellen Generation Auszubildender, dual Studierender und junger Beschäftigter zeigen.

Die Besonderheit der zwischen Januar und März 2021 durchgeführten Studie besteht vor allem in der Darstellung der betrieblichen Erfahrungen der jungen Erwachsenen, ergänzt durch Schilderung ihrer persönlichen Situation. So zeigt ...

16.07.2021

Mehr als ein Viertel der 10- bis 16-Jährigen attestiert sich wegen Corona Lernrückstände

 Schulklasse Tafel Lehrerin

Schule hat als Lernort an Bedeutung gewonnen  

Mehr als ein Viertel der Kinder und Jugendlichen zwischen 10 und 16 Jahren in Deutschland attestiert sich selbst große Lernrückstände als Folge der Corona-Pandemie. Allerdings versuchen längst nicht alle davon, den Stoff aktiv aufzuholen. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Deutsche Telekom Stiftung hervor.

Die Umfrage zeigt auch, dass die meisten Schülerinnen und Schüler mit dem Lernen während der Corona-Pandemie gut zurechtgekommen sind, persönliche Kompetenzen wie Selbstorganisation und Zeitmanagement sogar verbessert haben. Die große Mehrheit (93 Prozent) will aber dennoch in Zukunft lieber wieder täglich oder überwiegend zur Schule gehen und dort lernen, was die Lehrkräfte vorgeben. Für die ...

15.07.2021

Führung mit digitaler Kommunikation braucht Handlungsspielraum

Vorstandssitzung

Digitale Kommunikation im Spannungsfeld zwischen Flexibilität und ständiger Bereitschaft   

Die Corona-Pandemie hat dem Einsatz digitaler Kommunikationsmittel wie E-Mails, digitaler Plattformen oder Web-Konferenzen deutlich Vorschub geleistet. Auf Basis einer Befragung aus den Jahren 2018/2019 hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in Kooperation mit der Universität Bielefeld die digitale Kommunikation von Führungskräften betrachtet und die Ergebnisse jetzt als baua: Bericht kompakt »Führung digital: Anforderungen und Ressourcen bei Führungskräften« veröffentlicht.

Dabei zeigt sich, dass Führungskräfte digitale Kommunikation deutlich stärker nutzen als Beschäftigte ohne Führungsverantwortung. Einerseits bringt das den Führungskräften eine größere Flexibilität. Auf der anderen Seite kann es jedoch mit dem Erleben ständiger Bereitschaft oder Überforderung einhergehen.

Grundlage für die Auswertung war ...

15.07.2021

Technologischer Wandel: Auch komplexere Tätigkeiten könnten zunehmend automatisiert werden

 Bildschirmarbeitsplatz mit Tabellen

Folgen des technologischen Wandels für den Arbeitsmarkt 

Der Anteil der Tätigkeiten, die heute schon potenziell von Computern erledigt werden könnten, steigt in Fachkraftberufen mit 4,6 und Spezialistenberufen mit 4,8 Prozentpunkten zwischen 2016 und 2019 besonders stark an. In den Helferberufen ist der Anteil mit 0,7 Prozentpunkten am wenigsten stark gestiegen.

Das geht aus einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.

Darin zeigt sich, dass durch den Einsatz von neuen digitalen Technologien zunehmend komplexe Tätigkeiten automatisiert werden können. »Die in den letzten Jahren marktreif gewordenen Technologien sind eher auf die Substitution komplexerer Tätigkeiten ausgerichtet«, erklärt Britta Matthes, Leiterin der IAB-Forschungsgruppe »Berufe in der Transformation«. Insgesamt sind vergleichsweise wenige Tätigkeiten zusätzlich ...

15.07.2021

Eingewanderte bauen zögerlich Bindungen an Parteien in Deutschland auf

Wahlen

Wenige Wochen vor der Bundestagswahl und mehreren Landtagswahlen werben die Parteien kurzfristig um Wählerstimmen. Langfristig versuchen sie jedoch, dass Menschen sich mit ihnen identifizieren und eine dauerhafte Bindung aufbauen.

Wie ihnen das mit einer wachsenden Wählergruppe – den Menschen mit Einwanderungsgeschichte – gelingt, haben Forscher am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) anhand von Befragungsdaten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) untersucht. Ihr Ergebnis: Menschen mit eigener oder familiärer Einwanderungsgeschichte fühlen sich seltener einer Partei in Deutschland verbunden als die Bevölkerung ohne Einwanderungsgeschichte. Nur 28 Prozent der Eingewanderten und 30 Prozent ihrer Kinder gaben 2019 eine Parteibindung an, bei der restlichen Bevölkerung waren es 47 Prozent.

                                                                          

Eingewanderte und Parteibindung

 

Eine Ursache dafür ist, dass Eingewanderte im ...

14.07.2021

Der Begriff der »Belegschaft« wird neu gedacht

 Personen Silhouetten

Führungskräfte fassen ihre Belegschaft heute zunehmend weiter und betrachten einen großen Kreis externer Arbeitskräfte als Teil davon: Dienstleister, freiberufliche App-Entwickler, Gigworker und sogar Bots. Gleichzeitig sind personalbezogene Praktiken, Systeme und Prozesse noch primär auf die Festangestellten ausgelegt.

Diese Diskrepanz wird zu einer wachsenden Herausforderung für Strategie, Führung, Organisationskultur und Personalmanagement führen. Gefragt ist ein integrierter Ansatz, um diese heterogene Gruppe von internen und externen Mitarbeitenden als Ecosystem gleichermaßen erfolgreich zu managen. Dies zeigen die Ergebnisse der aktuellen Deloitte-Studie »Workforce Ecosystems«.


Externe Arbeitskräfte erledigen mehr und auch wichtigere Arbeit

Laut Studie definieren 75 Prozent der weltweit befragten Unternehmen ihre Belegschaft breiter als nur Voll- und Teilzeitkräfte – eine Struktur aus internen und externen ...

14.07.2021

Unzufriedenheit von Frauen im Job nimmt zu

Frau vor Uhren

Mehr Care-Arbeit und höheres Arbeitspensum für Frauen in der Pandemie 

COVID-19 hat vielfältige Auswirkungen auf die Arbeitswelt. Millionen Menschen wechselten ins Homeoffice, Prozesse wurden im Eiltempo digitalisiert, flexible Arbeitsmodelle rückten in den Fokus. In Zeiten von geschlossenen Kinderkrippen, Kitas und Schulen nahm zudem die Care-Arbeit deutlich zu, besonders Frauen übernahmen die Betreuungsaufgaben. Auch für die Unternehmen erwies sich die Situation als Bewährungsprobe. Fragen zur Arbeitszeitgestaltung, Work-Life-Balance und Well-being gewannen an Bedeutung.

Dies zeigen die Ergebnisse der aktuellen Deloitte-Studie »Women @ Work«, für die 500 in den unterschiedlichsten Positionen, Unternehmen und Branchen tätige Frauen in Deutschland befragt wurden. An der globalen Studie nahmen insgesamt 5.000 Frauen aus zehn Ländern teil, darunter Australien, Brasilien, China ...

14.07.2021

Pandemieauswirkungen: Aufholprogramm für Kinder und Jugendliche

Homeschooling Mädchen Notebook

Inanspruchnahme der Leistungen im Bildungs- und Teilhabepaket 

Das Aktionsprogramm »Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche für die Jahre 2021 und 2022« ist ein Thema der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine parlamentarische Anfrage. Danach hat die Bundesregierung am 5. Mai 2021 die gemeinsam vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend verantworteten Maßnahmen für dieses »Aufholprogramm« in Höhe von zwei Milliarden Euro beschlossen. Ziel sei es, zu verhindern, »dass die Covid-19-Pandemie zu einer Krise für die Zukunft von Kindern und Jugendlichen wird«.

Unter Nutzung bereits vorhandener Strukturen sollen der Antwort zufolge Angebote geschaffen werden, die schnell bei den Kindern, Jugendlichen und Familien ankommen. Deshalb erhielten ...

13.07.2021

Rückgang der Arbeitsnachfrage in der Corona-Krise

IAB5

Kurzfristig sind Mindestlohnbetriebe etwas stärker betroffen 

Betriebe, die zumindest eine Person zum Mindestlohn beschäftigen oder Löhne unterhalb des Mindestlohns zahlen möchten, haben im zweiten Quartal 2020 weniger Personal nachgefragt als andere Betriebe. In Mindestlohnbetrieben wurden durchschnittlich rund 0,32 Personen weniger gesucht als im vierten Quartal 2019, während alle anderen Betriebe 0,12 offene Stellen weniger hatten als vor der Krise. Im dritten Quartal zeigte sich bereits kein signifikanter Unterschied mehr zwischen Mindestlohnbetrieben und den anderen Betrieben.

Das ergibt eine neue Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Mindestlohnbetriebe gaben um etwa 13 Prozentpunkte häufiger an, negativ von der Krise betroffen zu sein als andere. Insgesamt berichteten 40 Prozent aller Betriebe, negativ von der ...

13.07.2021

Geringverdienende geraten bei Impfungen ins Hintertreffen

Impfung

Impfungen am Arbeitsplatz wichtiger Baustein für die Impfkampagne 

Trotz der jüngsten Fortschritte bei den Corona-Impfungen warten viele Beschäftigte noch immer auf ihre Erstimpfung oder einen Impftermin. Besonders ins Hintertreffen sind dabei Personen mit geringem sozio-ökonomischen Status geraten: Unter Geringverdienenden im untersten Fünftel der Lohnverteilung (1. Quintil) gaben im Juni 2021 nur 49 Prozent der Befragten an, schon mindestens ihre erste Impfdosis erhalten zu haben – verglichen mit 71 Prozent unter Besserverdienenden im obersten Fünftel.

Insgesamt gaben 59 Prozent der Befragten an, zumindest eine Impfdosis erhalten zu haben; 27 Prozent waren vollständig geimpft. Das ist das Ergebnis einer Befragung des Portals Lohnspiegel.de, an der sich im Juni 2021 mehr als 4.500 Beschäftigte beteiligt haben. Lohnspiegel.de ...

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