Bildungspolitischer Handlungsbedarf in der Weiterbildung
Erwachsenenbildung und das Lernen Erwachsener im nationalen Bildungsbericht 2026
Der nationale Bildungsbericht „Bildung in Deutschland 2026“ ist erschienen. Schwerpunktthema sind Bildungsungleichheiten nach sozialer Herkunft. Der Bericht beleuchtet die Entwicklung des Bildungssystems u.a. unter den Bedingungen von fortschreitender Digitalisierung, Zuwanderung und angespannter Haushaltslagen bei Kommunen, Ländern und Bund.
Das Bildungssystem in Deutschland komme trotz zahlreicher Reformen kaum voran, so die Bilanz von Prof. Dr. Kai Maaz, Sprecher der Gruppe der Autorinnen und Autoren, bei der Vorstellung des Berichts. So blieben soziale Ungleichheiten im gesamten Bildungsverlauf bestehen, der Fachkräftemangel verschärfe sich. Gleichzeitig brächten Zuwanderung, Inklusion, Digitalisierung und gesellschaftlicher Wandel steigende Herausforderungen in allen Bildungsbereichen mit sich, die sich überlagerten und verstärkten. Damit werde eine übergreifend koordinierte, langfristig angelegte Bildungssteuerung mit klaren Zielen dringlicher denn je.
Für die Weiterbildung bedeutet das: Zu den übergreifenden bildungspolitischen Herausforderungen zählen die Verbesserung und die dauerhafte Sicherung institutioneller Strukturen und finanzieller Rahmenbedingungen. Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, die Weiterbildungsbeteiligung bis 2030 auf 65 Prozent zu steigern. Angesichts der zuletzt im Jahr 2022 erhobenen Teilnahmequote von 54 Prozent ist dieses Ziel als ambitioniert zu bewerten.
Quelle: Deutsche Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen (DIE)
veröffentlicht auf weiterbildung-mv.de
19.06.2026